Aus welchem Material bestehen die FERMACELL Gipsfaser-Platten?
Die FERMACELL Gipsfaser-Platten bestehen zu 80 % aus Gips, wobei es sich um ein Gemisch aus Natur- und REA-Gips handelt, und zu 20 % aus Papierfasern, die in einem Recyclingverfahren aus Altpapier gewonnen werden. Diese beiden Rohstoffe werden zu einem homogenen Gemisch verarbeitet und nach Zugabe von Wasser - ohne weitere Bindemittel - unter hohem Druck zu stabilen Platten gepresst, getrocknet, mit einem Wasser abweisenden Mittel hydrophobiert und auf die benötigten Formate zugeschnitten.
Die FERMACELL Gipsfaser-Platten enthalten keine gesundheitsgefährdenden Stoffe. Das Fehlen von Leimen schließt jegliche Geruchsbelästigung aus. Platten und Herstellverfahren sind vom Institut für Baubiologie Rosenheim im Hinblick auf gesundes Wohnen und Umweltschutz geprüft. Aufgrund der hervorragenden Ergebnisse wurde den FERMACELL Gipsfaser-Platten das Prüfsiegel "Geprüft und empfohlen vom IBR" verliehen.
Welchen "Brandschutz" hat eine FERMACELL Gipsfaser-Platte? Wie viele Lagen benötigt man für F30/60/90?
Grundsätzlich ist die FERMACELL Gipsfaser-Platte - unabhängig von deren Plattendicke - ein nichtbrennbares Material, mit der Baustoffklassifizierung A2 nach DIN EN 13501-1.
Die Einordnung in sog. Feuerwiderstandsklassen (mit der Bezeichnung von z.B. F30) bezieht sich immer auf die gesamte Konstruktion und ist nicht allein von dem verwendeten Beplankungs-/Bekleidungsmaterial und der Anzahl der Lagen abhängig. Hier spielen weitere Einflussfaktoren, wie die Art der Konstruktion (z.B. Wand/Decke), verwendete Dämmstoffe, Befestigungsmittel, Unterkonstruktion etc. einen Rolle. Die pauschale Angabe "eine Lage FERMACELL Gipsfaser entspricht F30" ist also unzutreffend.
Welcher Unterkonstruktionsabstand muss bei der Plattenmontage für Wände, Decken und Dachschrägen eingehalten werden?
Der maximale Achsabstand der Unterkonstruktion aus Holz oder Stahlprofilen ist abhängig von der Plattendicke und vom Einbauort. In nebenstehender Tabelle sind diese Zusammenhänge dargestellt.

(1) Angaben gelten für ständige Umgebungsklimata bis 80 % relative Luftfeuchte.
Welcher Schraubenabstand ist dabei einzuhalten?
Für die Verschraubung der FERMACELL Gipsfaser-Platten sind die speziell abgestimmten FERMACELL Schnellbauschrauben zu verwenden. Dabei beträgt der Abstand der Schrauben untereinander bei Montagewandkonstruktionen 25 cm und bei Decken- und Dachschrägenkonstruktionen 20 cm.
In den FERMACELL Planungs- und Verarbeitungsbroschüren finden Sie weitere detaillierte Angaben zu allen einsetzbaren Befestigungsmitteln (Schrauben, Klammern, Nägeln), sowie zu allen Einbaubedingungen (statischer/nicht statischer Einsatz, mehrlagige Verarbeitung etc.).
Müssen die Stöße der FERMACELL Gipsfaser-Platten zusätzlich armiert werden?
Eine Armierung der Stöße der FERMACELL Gipsfaser-Platten ist nur dann nötig, wenn als Oberflächenbeschichtung ein geeigneter Dünnputz/Flächenspachtel mit einer Schichtdicke von mindestens 1 mm bis maximal 4 mm aufgetragen werden soll, und als Fugentechnik die FERMACELL Spachtelfuge eingesetzt wird.
In diesem Fall wird über die fertig verspachtelte und trockene Spachtelfuge das FERMACELL Gewebeband geklebt. Hierfür ist ein wasserunlöslicher PVAC-Leim (Weißleim) zu verwenden. Eine anschließende Nachspachtelung ist nicht erforderlich.
Bei der FERMACELL Klebefuge kann auf die Armierung verzichtet werden.
Müssen bei mehrlagig beplankten Konstruktionen auch die Plattenstöße der ersten/unteren Lage/n FERMACELL verklebt bzw. verspachtelt werden?
Nein, das ist nicht nötig. Hierbei ist lediglich auf ein dichtes Stoßen der Platten zu achten. Auch aus schall- und brandschutztechnischer Sicht ist dies ausreichend.
Nur bei der äußeren Lage der FERMACELL Gipsfaser-Platten ist eine der drei FERMACELL Fugentechniken auszuführen (Klebe- / Spachtelfuge bzw. Spachtelung der TB-Kante).
Muss vor dem Tapezieren der FERMACELL Oberflächen eine Grundierung aufgetragen werden?
Das Auftragen einer Grundierung oder eines Tapetenwechselgrundes ist nicht erforderlich (außer wenn vom Hersteller des Tapetenklebers gefordert), da die FERMACELL Oberfläche aufgrund der homogenen Plattenstruktur beim Wiederabziehen der Tapete nicht beschädigt werden kann.
Sind FERMACELL Gipsfaser-Platten für Feuchträume geeignet? Was ist bei der Verarbeitung zu beachten?
Die FERMACELL Gipsfaser-Produkte können in allen Wand- und Bodenflächen mit haushaltsüblicher Nutzung eingesetzt werden. Diese Flächen werden nur kurzzeitig und geringfügig bis mäßig mit Spritzwasser belastet.
Dabei werden in den mit Wasser beanspruchten Bereichen (gesamte Bodenfläche, Wände neben Wannen und Duschen) auf der Trockenbaukonstruktion sog. Verbundabdichtungs-Systeme ausgeführt, die aus einem Abdichtungsstoff und dem Dünnbettmörtel der Verfliesung bestehen. FERMACELL bietet hierfür eine spezielle Lösung an.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Verarbeitungsanleitung der FERMACELL Gipsfaser-Platten im Abschnitt "Oberflächenbehandlung" oder im "FERMACELL Profi-Tipp - Abdichtungen" (link zu Service_Downloads/Dokumente).
Darf auf einlagig mit FERMACELL Gipsfaser-Platten beplankten Wänden gefliest werden?
Ja.
Wichtig dabei ist, dass - wie bei allen FERMACELL Wandkonstruktionen - ein maximaler Achsabstand der Unterkonstruktion (Holz oder Stahlprofile) von 50 x Plattendicke eingehalten wird. D.h., dass bei der Verwendung einer 12,5 mm starken FERMACELL Gipsfaser-Platte ein Achsmaß von 62,5 cm nicht überschritten werden darf.
Können die FERMACELL Gipsfaser-Platten im Bereich von Öfen/Kaminen als Brandschutzplatten eingesetzt werden?
Die FERMACELL Gipsfaser-Platten dürfen dann in diesen Bereichen eingesetzt werden, wenn die Temperaturerhöhung an den Plattenoberflächen dauerhaft unter 45 °C bleibt. Anderenfalls kommt es zu einer Beschädigung der Platten infolge des Verdampfens von zur festen Gipsstruktur gehörenden Kristallwassers (siehe auch FAQ 4 zu den FERMACELL Estrich-Elementen).
Es ist also auf einen ausreichend großen Abstand von den Wärmequellen zu achten.