Modernisierung Heiztechnik, Lüftung und Fußbodenheizung

Heiztechnik

Holzpellets - Heizen mit natürlich nachwachsenen Rohstoffen

Im Neubau ist heute vieles möglich und auch sinnvoll. Bei älteren Fertighäusern gilt es, unter Berücksichtigung des bestehenden Wärmeverteilsystems sowie des letztlich vorhandenen Dämmstandards der Gebäudehülle ein vernünftiges Paket zu schnüren. Im Praxisregelfall ergibt sich aus der Analyse des Gebäudes, den monetären Vorstellungen der Bewohner und den Kennwertvorgaben der in Anspruch genommenen Fördermitteltöpfe eine konventionelle Lösung wie folgt:

  • Ersatz des alten Brenners durch einen Brennwertkessel
  • Solarthermische Anlage für Brauchwassererwärmung (ca. 50 – 60 % solar)
  • Hydraulischer Abgleich der Anlage und Einsatz einer Hocheffizienzpumpe, somit geringere Anlagenverluste und niedriger Stromverbrauch
  • Alte Tanks und Heizkörper werden weiter genutzt

Das rein rechnerische Einsparergebnis der o.g. Maßnahmen ergibt:

  • Senkung des Energiebedarfs bei Brennwertheizung: 14 – 24 %
  • Senkung des Energiebedarfs bei Brennwertheizung inkl. Solar: 21 – 30 %
  • Bei gleichzeitiger Dämmung des Gebäudes reduziert sich der Energiebedarf auf weniger als 50 %

Lüftung

Je umfassender die Modernisierungsmaßnahmen ausfallen, umso drastischer verbessert sich der Luftdichtheitswert. Ältere Fertighäuser weisen in der Regel einen n50-Wert von 5 bis 7 h-1 auf. Werden die Fenster und die Gebäudehülle komplette erneuert, kann der Luftdichtheitswert bis an den Neubaustandard herangeführt werden.

Erfahrungen zeigen, dass die Bewohner meist nicht in der Lage sind, den für eine gute Lufthygiene erforderlichen Luftwechsel sicher zu stellen. Gerade auch in Anbetracht der erwähnten Schadstoff- und Geruchsproblematiken empfiehlt sich eine kontrollierte oder bedarfsgeregelte Wohnungslüftung.

Feuchteschutz
Feuchteschäden sind u. a. aus folgenden Gründen zu verhindern:

  • Durchfeuchtete Bauteile vermindern den Wärmeschutz.
  • Niedrige Oberflächentemperaturen an den Innenseiten der Außenbauteile führen zu Tauwasser mit Schimmelbildung. Sie beeinträchtigen so die Raumhygiene und belasten den menschlichen Körper.
  • Feuchte Baustoffe führen zu physikalischen und biologischen Problemen, welche die Haltbarkeit vermindern und die Standsicherheit gefährden können.

Luftfeuchtigkeit
Durch die Nutzung eines Gebäudes wird ständig Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf an den Raum abgegeben. In einem 4-Personenhaushalt werden täglich ca. 10-14 Liter Wasser freigesetzt. Diese Feuchtigkeit muss aus den Räumen abgeführt werden.

Undichtigkeiten führen in der betroffenen Gebäudehülle zu unkontrollierten Ausfällen von Feuchtigkeit und können so zu Bauschäden führen. Deshalb müssen Bauteile und Bauteilanschlüsse luft- und winddicht ausgeführt werden.

Luft- und Winddichtheit

  • Verhindert die Durchfeuchtung des Dämmstoffs
  • Vermeidet Bauschäden durch Feuchtigkeitskondensation, insbesondere im Dachbereich und bei Fenstern 
  • Verringert Wärmeverluste durch unkontrollierte Lüftung 
  • Vermeidet Zugerscheinungen durch undichte Bauteile

Für den Nachweis der Luftdichtheit gibt es ein standardisiertes Verfahren – den Blower-Door-Test. Er liefert wichtige Informationen über die Luftdichtheit des Gebäudes bei Neubau, Modernisierung oder Umbau, damit Bauschäden oder erhöhter Energieverbrauch erkannt und vermieden werden können.

Wohnungslüftungsanalgen

Abluft und Zugluft

Geringe aktive Zulüftung durch den Wohnnutzer kann – insbesondere bei der heute hochgedämmten Bauweise – zu einer schlechten Raumluftqualität führen und die Gefahr einer Tauwasserbildung und damit eines Bauschadens deutlich erhöhen. Lüften hat hinsichtlich der Energiekosten wiederum den Nachteil, dass die in der Innenraumluft gespeicherte Wärme im wahrsten Sinne des Wortes zum Fenster hinaus gelüftet wird.

Quelle: Brüggemann Energiekonzepte GmbH

Die Lösung: Moderne Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Die Anlage sorgt stetig für frische Luft und gewinnt die Wärme aus der verbrauchten, abgesaugten Luft wieder zurück.

Praxiserprobte Systeme bieten hier eine Kombination von zentraler Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung. Bei einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wird die frische Zuluft und die Abluft aus den Räumlichkeiten über einen Ventilator befördert und die Wärmerückgewinnung erfolgt durch einen hocheffizienten Wärmetauscher.

Bei Häusern mit schlechter Raumluftqualität stellen Lüftungsanlagen die ideale Ergänzung zu modernisierten Bauteilen dar. Zusätzlich ist die kombinierte Wärmerückgewinnung energieeffizient und steigert die Behaglichkeit. Aus Untersuchungen ist bekannt, dass gut konzipierte Lüftungsanlagen 80% und mehr ...

  • … der in der Abluft befindlichen Energie über den Wärmetauscher zurückgewinnen
  • … der in der Raumluft befindlichen Schad- und Geruchsstoffe entfernen

Der Verlust an Energie wird durch die Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung enorm reduziert. Der Rückgewinnungsgrad der Wärme mit modernen Geräten beträgt beinahe 90 % und führt bei fehlerloser Verwendung zu beachtlichen Energieeinsparungen.

Fußbodenheizung

Warmwasser-Fußbodenheizung im Klimaboden

Bei einer Modernisierung der Innenräume ist auch der Einbau eines Fußbodenheizungs-Systems denkbar. Diese können im Allgemeinen auch unter oder auf fermacell Estrich-Elementen verbaut werden.

Anwendungsbereiche
Die Kombination einer geeigneten Fußbodenheizung mit den o.g. fermacell Estrich-Elementen ist grundsätzlich für den Anwendungsbereich 1 (z. B. Räume und Flure in Wohngebäuden; zulässige Punktlast 1,0 kN; zulässige Flächenlast 1,5/2,0 kN/m²) geeignet. Der Einsatz in Bereichen mithöherer Belastung ist beim Fußbodenheizungs-
Hersteller zu erfragen.

Warmwasser-Heizungssysteme
Warmwasser-Heizungssysteme für Trockenestrich bestehen im Allgemeinen aus Heizrohren in dafür vorgesehenen Formplatten, wie z. B. Polystyrol-Formplatten oder gefräste Holzfaser-Dämmplatten.

Die horizontale Verteilung der Wärmewird durch spezielle Wärmeleitbleche gewährleistet. Die Estrich-Elemente liegen vollflächig auf den Wärmeleitblechen auf.

Ein weiteres Warmwasser-Heizungssystem ist der sog. Klimaboden. Dieses System besteht aus Heizmedienführenden Platten, z. B. aus gefrästen fermacell Gipsfaser-Platten. Bei fermacell Gipsfaser Estrich-Elementen darf eine Vorlauftemperatur von 55 °C nicht überschritten werden! Für fermacell Powerpanel TE gibt es aufgrund ihrer Materialeigenschaften keine Einschränkung der Vorlauftemperatur.

Elektrische Fußbodenheizungs-Systeme
Elektrisch betriebene Heizungssysteme, z. B. Dünnbett-Heizmatten, werden im Allgemeinen direkt unterhalb des Fußbodenbelags verlegt. Sie dienen vorwiegend als Zusatzheizung oder zur Fußbodentemperierung.

fermacell Powerpanel TE sind aufgrund ihrer Materialeigenschaften hervorragend für elektrische Fußbodenheizungs-Systeme geeignet.

Auf fermacell Gipsfaser Estrich-Elementen sind elektrische Fußbodenheizungs-Systeme aufgrund eventueller Wärmestaugefahr nur bedingt geeignet. Diese Systeme sind nur nach Rücksprache mit dem Heizungshersteller einsetzbar.

Ein Wärmestau durch die Abdeckung der Heizfläche z. B. durch Möbel oder andere wärmedämmende Schichten (z. B. dicke Teppiche, Textilien oder Matratzen)
darf nicht auftreten. Die Temperatur darf 50 °C an keiner Stelle der Gipsfaser Estrich-Elemente überschreiten!