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Aussengelände Besucherzentrum Dachau

Neubau Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau

Beim Neubau des Besucherzentrums der KZ-Gedenkstätte Dachau wurde für den Innenausbau ein Baustoff gesucht, der sehr widerstandsfähig gegen mechanische Beanspruchung ist. Die Wahl fiel auf konventionelle Gipsfaserplatten. Da für Großküchen besondere Anforderungen gelten kamen in diesem Bereich außerdem zementgebundene und hoch-feuchtigkeitsbeständige Platten zum Einsatz.
Dachau gilt, wie die Namen vieler anderer Konzentrationslager auch, als Synonym für die dunkelsten Teile der deutschen Geschichte. Zwölf Jahre lang gehörten hier Hunger, Folter und Mord zum Alltag. Von insgesamt mindestens 200.000 Haftinsassen starben über 43.000. Heute befindet sich auf dem Gelände eine Gedenkstätte, die jährlich von etwa 800.000 Menschen aus aller Welt besucht wird. Dieses hohe Besucheraufkommen sowie die Notwendigkeit, Informationen zeitgemäß zu präsentieren, war Anlass für eine Neukonzeption der Gedenkstätte. Mit einem neuen Besucherzentrum reagiert man auf die Bedürfnisse der zum Teil von weither angereisten Gäste. Es verfügt über einen Empfangs- und Service-Bereich, Informationsschalter und Buchladen sowie ein Restaurant.

Das neue Besucherzentrum setzt sich architektonisch von den vorhandenen historischen Bauten ab. Ziel war, einen Funktionsbau zu schaffen, der sich gestalterisch zurücknimmt und dennoch den speziellen Anforderungen des Besucherverkehrs der Gedenkstätte gerecht wird. „Kein Haus“, so die Erläuterungen des Münchener Architekturbüros Florian Nagler Architekten, das nach einer Ausschreibung mit der Realisierung des Projektes beauftragt wurde, „sondern einen Ort zu bauen, schien uns die richtige Herangehensweise an die schwierige Aufgabe, ein Besuchergebäude für die KZ-Gedenkstätte in Dachau zu entwerfen.“

 

Bewusst verzichteten die Architekten daher darauf, einen Bezug auf die umliegende Bebauung zu nehmen. Mit Stützen aus weißlich grau lasiertem, sägerauhem Kantholz (Robinie), die in unterschiedlichen Neigungen zwischen den beiden 40 x 40 Meter großen Quadraten der Bodenplatte und der Dachplatte eingestellt sind, fügt sich die Architektur fast wie selbstverständlich in den lichten Baubestand der Umgebung ein. „Das Gebäude wird,“ so die Architekten, „langfristig gesehen zu einem integralen Bestandteil der Gehölzgruppe.“ Für die Stützenkonstruktion wurde ein spezieller Kugelkopf entwickelt, der sowohl für vertikale als auch für unterschiedlich geneigte Stützen verwendet werden kann. Er ermöglicht außerdem bei Bedarf das spätere Auswechseln.

Innenausbau in Trockenbauweise 

Der Innenausbau des Zentrums erfolgte in Trockenbauweise, was 

einen rationellen, schnellen und kostengünstigen Ausbau, der individuell auf die speziellen Bedürfnisse Besucherzentrums abgestimmt werden kann, erlaubt. Er stellte zugleich für später eventuell notwendig werdende Änderungen der räumlichen Gestaltung ein Höchstmaß an Flexibilität sicher. So können die Zuschnitte der einzelnen Raumabschnitte wann immer es nötig ist, beliebig vergrößert oder verkleinert und somit dem aktuellen Bedarf angepasst werden.

Speziell für einen Bereich, der regelmäßig von großen Menschenmengen frequentiert wird – man denke etwa an unausgelastet raufende Schüler - bieten Gipsfaser-Platten verschiedene Vorteile: Durch ihre Faserarmierung sind sie ausgesprochen stabil und daher für Einsatzbereiche geeignet, in denen besondere Ansprüche an die mechanische, oftmals stoßweise Belastbarkeit gestellt werden. Wandschäden durch äußere Einwirkungen können so im Vorfeld minimiert werden.

Besondere Anforderungen für Großküchen

Auf Grund der besonderen Anforderungen, die für Großküchen bestehen, wurde der Küchenbereich mit hochfeuchtigkeitsbeständigen Platten ausgeführt. Die Wahl fiel auf Powerpanel H2O von Fermacell. Die beidseitig mit einem alkaliresistenten Glasfasergewebe armierten Leichtbeton-Platten mit Sandwichstruktur sind diffusionsfähig (Wasserdampfdiffusionswiderstands-zahl von µ= 56), Schimmelpilz-resistent und vor allem widerstandsfähig gegen Wasser. Eine große Stabilität ermöglicht hoch belastbare Konstruktionen, die zudem kratz- und schlagresistent sind. Hinzu kommen gute Schalldämmwerte: So erreicht Powerpanel H2O bereits bei einlagiger Beplankung und entsprechender Hohlraumdämmung Werte von Rw 49 dB, bei zweilagiger Verarbeitung Rw 57 dB.


Durch die werkseitige Oberflächenhydrophobierung mit einem Wasser abweisenden Mittel der fermacell® Platten sind sie besonders gut für Bereiche mit geringfügiger oder mäßiger Feuchtigkeitseinwirkung (Wassereinwirkungsklasse W0-I und W1-I A01) geeignet.

Eingesetzt wurden für den Sanitärbereich nichttragende Montagewände aus 12,5 mm dicken Fermacell Gipsfaser-Platten. Die Unterkonstruktion besteht aus einem Ständerwerk aus 75 mm C-Wandprofilen. Diese wurden im Abstand von 62,5 cm montiert und anschließend mit einer einlagigen Beplankung aus Gipsfaser-Platten versehen. Der Boden- und Deckenanschluss erfolgte jeweils über das U-Wandprofil. Der Wandhohlraum diente zur Aufnahme von Installationen und wurde mit 60 mm Mineralwolle (Rohdichte 30 kg/m³) gedämmt.

Die Befestigung der Platten erfolgte im Abstand von ≤ 25 cm mit Fermacell Schnellbauschrauben 3,9 x 30 mm. Die Fugen wurden als Klebefugen ausgeführt. Fugen sowie Befestigungsmittel wurden abschließend mit Fermacell Feinspachtel abgespachtelt.

 

Unmittelbar nach der Montage und dem Austrocknen der Spachtelmasse konnte die Oberflächengestaltung erfolgen. Die Platten sind zudem ohne Einschränkung als Fliesenuntergrund geeignet. Die sehr schlanke Konstruktion mit einer Dicke von nur 100 mm erfüllt außerdem die Anforderungen der Brandschutzklasse F30-A und erreicht im Schallschutz einen Wert von Rw,R 54 dB.

Ein weiteres entscheidendes Kriterium für den Einsatz im Besucherzentrum Dachau war die hohe Stabilität von Konstruktionen mit Powerpanel H2O. Sie bietet damit die ausreichende Belastbarkeit für die komplette technische Ausstattung der Küche und kann zusätzlich verfließt werden. Powerpanel H2O ist zudem nicht brennbar und entspricht der Baustoffklasse A1. In zweilagiger Verarbeitung wird damit die Brandschutzklasse F 120 erreicht.

Fazit:
 

Beim Innenausbau des neuen Besucherzentrums in der Gedenkstätte Dachau erwiesen sich konventionelle Gipsfaserplatten als ideale Lösung. Sie ließen sich schnell und rationell verarbeiten und boten wegen ihrer hohen Stabilität und Widerstandfähigkeit sowie auf Grund der Feuchtraum-Eignung universelle Einsatzmöglichkeiten. Wegen der besonderen Anforderungen im Bereich der Großküche wurden sie ergänzt durch hochfeuchtigkeitsbeständige Bauplatten aus Leichtbeton. Diese sind ebenfalls stark belastbar, verfügen über eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Wasser und sind ebenso leicht und schnell zu montieren wie konventionelle Gipsfaserplatten.

 

fermacell® Powerpanel H2O

Kann mit besonderen Merkmalen überzeugen

fermacell® Powerpanel H2O sind zementgebundene Leichtbeton-Bauplatten mit Sandwichstruktur und beidseitiger Deckschichtarmierung aus alkaliresistentem Glasgittergewebe. Sie bieten jede Menge Vorteile bei hoch feuchtebeanspruchten Wand- und Deckenkonstruktionen.

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